Kornelkirsche "Tierlibaum"

Geschätzte Leserschaft

um etwas Abwechslung in die Rubrik Baumarten zu bringen,

 

wenden wir uns ab sofort Monat für Monat genauer den Wildgehölzen zu.

 

Unsere erste Pflanze in dieser Unterrubrik ist die Kornelkirsche- Cornus mas regional auch bekannt unter dem namen "Tierlibaum"(Schweiz). Es sei noch im Speziellen erwähnt, dass es sich bei der Kornelkirsche eigentlich um keine Kirsche handelt, und diese somit auch keinerlei Verwandtschaft mit Kirschen pflegen.

 

Cornus mas 1

Die Kornelkirsche- Cornus mas ist ein in Süd- und Mitteleuropa häufig verbreiteter Grossstrauch oder kleiner Baum der zur Pflanzenart der Hartriegel zählt, und vorallem unter Imkern bekannt ist da, dieser Strauch zu den ersten gehört, der jeweils im Frühjahr zu blühen beginnt, dies noch vor den Forsythien. Durch die frühe Blütezeit ist die Kornelkirsche eine besonders wichtige Bienennährpflanze, durch die Früchte ein Vogelschutz- und -Nährgehölz. Der Strauch eignet sich auch für regelmäßige, geschnittene Hecken. Der Busch kann Wuchshöhen von an die 4 Meter innerhalb 25 Jahren erreichen, nach ca. 50 Jahren an die 8 Meter. Die Stämme werden 15- 20cm dick.

Das Holz der Kornelkirsche ist wohl das schwerste in Europa bekannte, im Wasser schwimmt es nicht etwa, wie viele andere Gehölze obenauf, sondern sinkt sofort.

Die Wurzeln der Cornus mas- Kornelkirsche dringen tief in den Boden ein, bilden aber auch oberflächlich ein intensives Wurzelsystem, das allerdings durch Überschwemmung, Bodenverdichtung oder Salz leicht geschädigt wird. Sehr auffällig ist der Strauch im zeitigen Frühjahr, wenn er noch vor dem Laubaustrieb von Tausenden goldgelben Blüten übersäet ist die allesamt einen sanften Honigduft verbreiten.

Auch heute noch hat die Kornelkirsche obwohl im Duden als Ziergehölz erwähnt, ihren praktischen Nutzen. Der Herzwurzeler bildet ein tiefes Wurzelsystem der gerade erosionsgefährdeten Boden gut befestigt. Selbst bei starkem Rückschnitt einer Hecke, schlägt die Kornelkirsche wieder aus, was sie als zähes Heckengehölz beliebt macht. Schädlingsbefahl, oder Probleme mit der leider gängigen Umweltverschmutzung kennt die Cornus mas kaum und auch mit Umwelteinflüssen hat sie keine Probleme. Allerdings gehört sie zu den Gehölzen, die ihr Laub im Herbst wohl als erstes Heckengehölz fallen lassen.

Sie hat auch ihren Wert für einheimische Tiere: Blätter und Triebe werden gern von verschiedenen Wildarten wie Feldhase und Reh angenommen. Die Nektar- und pollenreichen Scheibenblüten sind im Frühjahr neben der Salweide erste Nahrung für Honig- und Wildbienen. Die Kirschen werden von Vogelarten wie Kernbeißer, Dompfaff, Kleiber und Eichelhäher sowie Haselmaus und Siebenschläfer gefressen. Auch Fliegen und manche Käferarten wie der flache Glanzkäfer ernähren sich von ihren Pollen und ihrem Nektar.

 

Der Kornelkirschenbaum- Cornus mas erreicht übrigens ein Alter von an die 100 Jahre, unter guten Bodenbedingungen aber wie aus Berichten über ein angeblich 800 Jahre altes Exemplar in Rom hervorgeht, auch weitaus mehr.

 

Standorte: Die Kornelkirsche liebt warme und sonnige Standorte, wo sie wild in lockeren Wäldern, an Hängen oder auf Hügeln wächst. Die Cornus mas hat aber auch keine Probleme mit lichten Schattenstandorten, ist anpassungsfähig und liebt eher Sedimentgestein Jura und Kreide. Sie steht gerne in Gesellschaft mit Hainbuchen, Haselnuss, Efeu, Heckenkirschen oder Wildrosen.

 

Nutzung: Wohl bei vielen in Vergesseneheit geraten ist die vielfältig Nutzung der Kornelkirsche in vergangenen Zeiten. Vom "Tierlibaum" wurde früher alles genutzt, von der Blüten, Blätter, Rinde, vorallem aber das Holz und die Früchte. Leider ist die wirtschaftliche Bedeutung der Kornelkirsche stark zurück gegangen, so werden heute keine Früchte dieses Strauches zur Herstellung von Edelbranntweinen mehr genutzt, auch im täglichen Hausgebrauch ist die Zubereitung und das Anwendungsgebiete der Kornelkirsche bedauerlicherweise verloren gegangen.

 

In dem um 1920 erschienenen Standardwerk "Illustrierte Flora von Mittel-Europa" von Gustav Hegi heißt es zur Verwendung der „Kirschen“, sie würden entweder roh oder kandiert genossen oder mit Zucker oder Essig zu Kompott verarbeitet. Auch Marmeladen, Gelee und Fruchtsäfte ließen sich daraus zubereiten. Die Fruchtsäfte seien unter dem Namen "Scherbet" oder "Hoschaf" besonders im südöstlichen Europa beliebt, namentlich bei den Türken. Auch als Fischköder wurden die reifen Früchte benützt. Aus den Kirschkernen fertigte man billige Rosenkränze. Die im Kern eingeschlossenen Samen könnten geröstet als Kaffee-Ersatz dienen und würden sich dann durch einen vanilleartigen Geruch auszeichnen. Die "Kornellen" seien in der Türkei früher auch dazu benutzt worden, den Fez, die traditionelle türkische Kopfbedeckung, rot zu färben.

Das sehr dichte und harte Holz des Kornelkirschbaums, das polierbar und schwer spaltbar ist, diente vor allem in der Drechslerei und Wagnerei zur Herstellung von Werkzeugen, Radspeichen, Schusternägeln, Messergriffen, Hammerstielen, mathematischen Instrumenten und Kämmen, auch für Zahnräder in Mühlwerken. Da es stark schwindet, verlangt es sorgfältiges Trocknen.

Wegen der großen Zähigkeit des Holzes und seiner bereits erwähnten Härte wurde es früher gerne für die Herstellung von Holzhämmern für die Bildhauerei, sogenannten Klüpfeln, eingesetzt; dazu brauchte man starke Stämme. Daneben wurde es zur Erzeugung von Holzkohle verwendet. Rinde, Holz und Blätter enthalten Gerbstoffe, die zum Färben benutzt wurden. Die Borke mit ihrem 7- bis 16-prozentigen Lohgehalt eignet sich besonders zum Gerben. (Quelle Wikipedia)

 

Die Kornelkirsche erfreut sich auch in der Alternativmedizin grosserer Beliebtheit und hat nicht zuletzt durch Hildegard von Bingen Einzug in diese sanfte Medizin gehalten. So wird  bei Krankheiten des Magens und der Verdauung empfohlen,  jeden Tag ein paar Kornelkirschen zu verzehren, egal ob roh oder als Marmelade gekocht, lindert diese Beere oben erwähnte Beschwerden. Mehr entnimmt der interessiert Leser verschiedenen Lektüren zu diesen Themen die im Buchhandel erschienen und erhältlich sind.

Über die Mystik der Cornus mas- Kornelkirsche wird wenig geschrieben, sie ist wärmend, wird somit eher den Wintermonaten zugeordnet. Wirkt reinigend und regenerierend, bringt innere Ruhe, mehr Qualität als Quantität.- Steht für Reife und die Einkehr zu inneren Werten.

Bei der Emme- Forstbaumschulen AG können Cornus mas- Kornelkirschen als wurzelnackte Pflanzen, Qualiät leichte Büsche oder Büsche, im Quick- Pot oder als Container bezogen werden. Grössere Pflanzen auf Anfrage.


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