Pinus Arten

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die Rubrik Baumarten behalten wir auch im Jahr 2018 bei.

 

Da wir uns im vergangenen Jahr mehrheitlich mit Laubgehölzen befasst haben, möchten wir dieses Jahr nutzen für einen näheren Blick, auf die Nadelgehölze. Den Anfang machen wir mit den verschiedenen Föhren. Von ihnen gibt es wohl an die 130 verschiedene Arten, von denen wir Ihnen einige wichtige, wertvolle, bekannt und weniger bekannte vorstellen möchten.

Kiefer

Die hierzulande wohl bekannteste ihrer Art ist die Pinus- sylvestris- Waldföhre oder Kiefer genannt. Die völlig Winterharte Föhre ist in weiten Teilen Europas und im nördlichen Asien heimisch. Ihr Verbreitungsgebiet dehnt sich im Norden fast bis zum Polarkreis aus und im Süden bis nach Spanien und der Türkei. Innerhalb dieser riesigen und weit verbreiteten Populationen treten regionale Variationen auf, auf die wir etwas weiter unten etwas näher eingehen möchten.

Die Föhre oder Waldkiefer ist ein schnellwachsender Baum der Wuchshöhen von bis zu 48 Meter erreichen kann, und einen Stammdurchmesser von bis zu 1 Meter. Das erreichbare Alter beträgt ca. 600 Jahre. Die Föhre- Pinus sylvestris ist von der Wachstumsform her sehr variabel, je nach Standort kommen schmale kegelförmige Kronen, oder breite schirmförmige Kronen vor.

Die sich etwas abschälende Rinde ist im Jungstadium deutlich orangebraun und wird im Alter zu einer schroffen, grauen, gefurchten Borke. Die immergrünen, leicht gedrehten, dunkel graugrünen Nadeln stehen zu zweit an den Kurztrieben. An jungen Bäumen sind sie etwas länger als 9cm, an älteren etwas kürzer. Die Nadelspitzen wirken als Kondensationspunkte, das heißt, sie fördern die Taubildung und dienen so der zusätzlichen Wassergewinnung.

Die Föhre- Pinus sylvestris gedeiht auf trockenen, sandigen Böden ebenso wie auf fruchtbaren Ackerböden, und toleriert sogar sehr feuchte Standorte. Föhren bilden Pfahlwurzeln, die bis an die 6 Meter tief in den Boden hinein ragen. Das Hauptverbreitungsgebiet reicht von Europa, bis weit nach Sibirien. Es reicht im Norden bis Lappland, im Süden bis in den äussertsten Nordwesten Spaniens, und in die Türkei. In Westeuropa Frankreich und Schottland ist sie verstreut anzutreffen.

Die Waldkiefer- Pinus sylvestris ist eine anspruchslose Baumart und tolerant gegenüber vielen Böden und Klimaten. Mit ihrem Pfahlwurzelsystem kann sie auch zu tiefer liegenden Wasserschichten vordringen. Ein Kiefernwald wächst von Natur aus auf armen, trockenen Böden, auf sandigen und moorigen Standorten sowie auf trockenen Kalkböden, da hier das Durchsetzungsvermögen anderer Baumarten geschwächt ist. Ihr Zeigerwert für magerste Waldstandorte ist jedoch ohne Bedeutung, da sie vom Menschen auch auf bessere Standorte gebracht wurde und dort bestandsbildend ist. Natürliche Kiefernwälder kommen vor allem unter subkontinentalen Klimabedingungen vor und meiden den atlantischen Westen Europas.

Forscher haben festgestellt, dass die Waldkiefer/ Föhre- Pinus sylvestris nach der Tschernobyl- Katastrophe ihr Erbgut durch verstärkte DNA- Methylierung verändert hat und sich so an die Folgen ionisierender Strahlung anpasst.

In Europa werden Kiefern-  Pinus sylvestris häufig in plantageartigen Monokulturen bewirtschaftet um den hohen Bedarf an Bau- und Industrieholz zu decken. Allerdings besteht seit ein paar Jahren die Tendenz, auf besseren Standorten die Kulturen mit Laubgehölzen zu unterbauen, was dem gesamten Waldklima auch besser bekommt.

In der Forstwirtschaft werden die Waldkiefern- Pinus sylvestris nach einer Umtriebszeit von zwischen 80 und 140 Jahren geerntet.

Pinus sylvestris- die Waldföhren liefern ein wichtiges Nutzholz und werden als Bauholz (auch in Form von Konstruktionsvollholz und Brettschichtholz), als Gartenholz, für Möbel, Massivholzdielen und Hobeldielen, Profilholz, Leisten usw. genutzt.

 

Wenden wir uns nun noch anderen Pinus Arten zu...

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Arve

 

Pinus cembra- die Arve ( Zirbelkiefer) oder Die Königin der Berge

Ihre Heimat sind die Alpen und die Karpaten. Die Zirbe- Pinus cembra ist ein langsam wachsender Baum. Er kann bis an die 25 Meter hoch werden. Seine Kurztriebe tragen viele Büschel mit jeweils fünf Nadeln. Die Samen werden irrführend Zirbelnüsse genannt, obwohl es sich dabei um keine Nüsse handelt.

Die Bäume können bis an die 1000 Jahre alt werden. Ihr sehr aromatisch duftendes Holz wird als Möbel- und Schnittholz verwendet. Zapfen und Samen dienen der Lebensmittelproduktion, so werden daraus bis heute Zirbenlikör oder Schnaps hergestellt.

Auf den meist flachgründigen und geschiebereichen Gebirgsböden ist die Arve nur selten in der Lage, ein Wurzelsystem ungestört auszubilden. Jungbäume bilden eine Pfahlwurzel aus, die nur von kurzer Lebensdauer ist und schon bald von kräftigen Senkerwurzeln abgelöst wird, welche von den weit reichenden Seitenwurzeln ausgehen. Diese Senkerwurzeln dringen in Gesteinsspalten ein und verankern den Baum so.

Die Arve- Pinus cembra bildet Reinbestände oder ist mit der europäischen Lärche vergesellschaftet, sogenannte Arven- Lärchenwälder.

Die Arven Standorte befinden sich auf Höhen zwischen 1300- 2800 m.ü.M. Sie gilt als eine der winterhartesten Baumarten und verträgt auch locker Temperaturen bis an die minus - 43 Grad Celsius. Auch Spätfrost gegenüber ist sie recht resistent. Sie ist eine Baumart des streng kontinentalem Klimas.

Die Pinus cembra- Arve mag einen tiefgründigen, frischen so wie versauerten Rohhumusboden. Sie wächst so dann meistens auf Granit, Gneis, Schiefer, Sandstein oder Kalkstein. Ihre Ansprüche an den Nährstoffgehalt des Bodens und deren ph- Wert sind eher gering. Für die Keimlinge ist die Versorgung mit Kalium sehr wichtig.

Die Arve steht in enger Verbindung mit dem Tannenhäher (Singvogelart) dessen Hauptnahrungsquelle die Arvenkernen sind. Der Tannenhäher sorgt somit auch für die natürliche Verjüngung der Pinus cembra- Arve, in dem er deren Nüsse jeweils an Nahrungsvorrat locker im Boden versteckt, diese dann aber nicht mehr findet und somit dazu beiträgt, dass ca. 20% der gesammelten und versteckten Nüsse keimen und Sämlinge bilden.

Tannenhaeher

Arvenholz wird bereits seit dem 17. Jahrhundert für vielerei wunderbare Schnitzereien verwendet. Auch Alphütten wurden mit Arvenholz ausgekleidet. Immer grösserer Beliebtheit  erfreut sich die Arve- Pinus cembra auch im Wellnessbereich. Arvenholz wird heilende Wirkung auf Körper, Geist und Seele nachgesagt. Und tatsächlich, wer einmal die Möglichkeit hatte in einem Arvenbett zu schlafen, oder ein mit Arvenspänen gefülltem Kissen zu liegen, der weiss über den wunderbaren Duft und den positiven Einfluss auf unsere Schlafqualität. Heute gibt es unzählige Produkte aus Arve. Vom Arvenoel für ein gutes Raumklima, von Arvenkernen zum Verzehr, bis hin zu den erwähnten Möbeln, Schnitzerein, Bettdecken und Kissen gefüllt mit Arvenbestandteilen ua.

 

Zirbelkiefer- Arve und Mystik


In der Mystik ist die Zirbel Sinnbild für Widerstandskraft, Lebenswille und Stärke. Auch der freiheitliche Geist wird mit der Zirbelkiefer in Verbindung gebracht. Die hochalpine Bergwelt, das zu Hause der Arve, ist heute zu einem starken Sinnbild für Natur und Freiheit avanciert. 

 

 Wenn Sie mehr über die Arve- Pinus cembra  erfahren möchten, lohnt es sich, selber zu recherchieren über deren Vielfalt an Möglichkeiten.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    ________________________________________________________________________________________________________

 

Bergkiefer

Weitere bei uns bekannte Föhren- Kiefern Arten sind: Pinus mugo- die Bergföhre, diese Unterart wächst meist, aber nicht immer Strauchförmig und erreicht Höhen zwischen 1 und 3 Metern. Die Bergföhre- Pinus mugo wächst vorallem in den subalpinen Krummholzzonen ozeanischer Hochgebirge, wo sie oft in Gesellschaft von Alpenrosen zu finden ist. Darüber hinaus besiedelt sie mäßig trockene, felsige, sehr nasse, kalte oder von zerstörerischen Schneebewegungen (Lawinen) geprägte Standorte. Das Holz findet ähnlich der Waldföhre- Pinus sylvestris, Verwendung als Nutzholz.

Pinus mugo mugo- die Legeföhre gehört ebenfalls zu der Unterart der Bergföhre siehe oben.

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Schwarzkiefer

 

Wir wenden uns jetzt der Schwarzföhre- Pinus nigra zu. Diese Kiefernart findet man in erster Linie in den Mittelmeerländern Südeuropas, Kleinasiens und des westlichen Nordafrikas. Auf Grund ihrer Anspruchslosigkeit und Unempfindlichkeit gegenüber Luftverschmutzung wird sie praktisch weltweit als Forst- und Parkbaum angepflanzt. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet gilt diese Art auch als sehr krankheitsresistent.

Die Schwarzföhre- Pinus nigra kann bis an die 800 Jahre alt werden. Durch die schwarz gefärbten verdeckten Teile der Zapfenschuppen, kann man diese Art gut von anderen südeuropäischen Kieferen/ Föhren- Arten unterscheiden. Der Baum kann Wuchshöhen zwischen 20 und 50 Metern erreichen. Die Schwarzkiefer- Pinus nigra besitzt ein sehr ausgedehntes, robustes Wurzelsystem mit einer kräftigen und streng geotropisch wachsenden Pfahlwurzel, die den Baum fest verankert.

In der Holzwirtschaft hat der Baum eine Umtriebszeit wie unsere Waldföhre- Pinus sylvestris, zwischen 80 und 140 Jahren. Die Pinus nigra wird oft als Windschutzfang angebaut und aufgeforstet, dies hauptsächlich in Mittel und Südeuropa. Speziell am Anbau der Schwarzkiefern ist  der Umstand, dass diese auch in Waldbrand gefährdeten und von diesen heimgesuchten Gebieten problemlos überleben, sofern es sich dabei um ausgewachsene Pflanzen handelt. Lediglich Jungbäumen, kann ein Waldbrand schwer zusetzen. - Das Holz der Schwarzföhre wird vor allem zur Herstellung von Masten, Pfählen, Sperrholz, für gröbere Tischlerarbeiten, für Verpackungsmaterial sowie als Rohstoff für die Zellstoff- und Papierindustrie verwendet. Bretter, die aus diesem Holz gewonnen werden, knarren nicht und eignen sich deshalb besonders für Bühnenböden. Dickere Stämme finden auch als Bauholz Verwendung. Früher wurde es zum Bau von Schiffen verwendet. Gegenüber der Waldföhre- Pinus sylvestris ist das Holz geradschaftiger und wesentlich harzreicher. In Kalabrien, sowie Teilen von Österreich lebten früher viele Generationen von der Harzgewinnung aus diesem sehr Harzreichen Baum.

Bäume über 60 Jahre produzieren binnen eines Jahres ca. 2 Kg. Rohharz aus dem durch Destillation der Rückstand Kolophonium sowie Terpentin gewonnen wird.

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Als eine der letzten bei uns bekannten Kiefernarten wenden wir uns der Weymouthföhre zu.

Weymouth

Pinus strobus- die Weymoutföhre, die Pinus strobus gilt als grösste Nadelbaumart des östlichen Nordamerikas. Sie wird, an die 500 Jahre alt und erreicht eine Wuchshöhe von an die 25- 35 Meter, gut und gerne aber auch Grössen von 67 Metern. Ihren Namen verdankt dieser stattliche Baum nicht dem englischen Schriftsteller und Entdecker George Weymouth der sie im Jahre 1605 nach Europa brachte, sondern Lord Weymouth welcher sie im 18. Jahrhundert in England entgültig als Forstbaum etablierte.

Das Hauptwurzelsystem der Weymouthkiefern ist wie bei ihren Verwandten eine in die Tiefe gehende Pfahlwurzel, mit drei bis fünf Seitenwurzeln, die bis in mittlere Bodenschichten vordringen können. Hierzu muss man anmerken, dass der Baum sich bei flachgründigen und schlecht drainierten Böden zum Flachwurzeler entwickelt.

Die säulenförmigen Stämme der Strobe- Pinus strobus weisen eine starke Beastung auf. Die meist zu fünft in unregelmäßigen Quirlen stehenden Äste sind weit ausladend und gehen fast rechtwinkelig vom Stamm ab. An den Enden richten sie sich oft auf und sind büschelig benadelt. Junge Zweige sind sehr dünn. Freistehende Bäume bilden eine symmetrisch kegelförmige Krone aus, während Bäume im Bestand schmalkronig wachsen und einen langen astfreien Stamm haben. Altbäume, die im Bestand wachsen, bekommen eine breite und unregelmäßige Krone.

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Weymouthkiefer- Pinus strobus reicht von Kanada und den Vereinigten Staaten nach Süd Mexiko und Guatemala, wobei es sich dabei um zwei leicht unterschiedlichen Unterarten oder Populationen von Kiefern handelt.

Die Weymouth-Kiefer- Pinus strobus war früher der wichtigste Holzlieferant im Osten Nordamerikas. Während der Kolonialzeit verbot die britische Regierung den Kolonisten das Fällen von größeren Vertretern der Art, weil sie die Bäume ausschließlich für die britische Marine als Masten der Schiffe verwenden wollte. Aufgrund der intensiven Nutzung existieren heute kaum noch Altbestände. Aus dem Holz wurden viele Bauernhöfe, Fabriken und Städte im Osten und Mittleren der USA errichtet. Es kann vielfältig im Innen- und Außenbau verwendet werden. Heute wird der Großteil des Holzes zu Schnitt- und Sperrholz verarbeitet sowie zur Möbel-, Papier- und Spielzeugherstellung genutzt. Weitere Nutzungsmöglichkeiten existieren in der Kunstschreinerei und als Konstruktionsholz. Das belastbare und nach Imprägnierung auch dauerhafte Holz lässt sich leicht nageln, ist geradfaserig, verwirft nur wenig und trocknet leicht. Es wirkt aufgrund seiner homogenen Struktur attraktiv und nimmt Farben gut an und wurde früher auch zum Schiffsbau verwendet.

Die Weymouthsföhre reagiert empfindlich auf Spätfröste, erträgt keinen Eisbehang und nassen, schweren Schnee auf den Ästen, die in Folge unmittelbar abbrechen würden. Sie gehört zu den immissionsempfindlichsten Bäumen Nordamerikas. Sie reagiert insbesondere gegen Fluorwasserstoff sehr empfindlich. Von einigen Autoren wird sie jedoch als nur mäßig anfällig gegenüber Ozon und Schwefeldioxid eingestuft.

 

Als stark verbreitete Art im östlichen Nordamerika wurde die Weymouth-Kiefer als offizieles Symbol der US Bundesstaaten Maine und Michigan, sowie der kanadischen Provinz Ontario ausgewählt. Seit September 2017 wird sie auch als Symbol der fünf Stämme der Irokesen-Konföderation im Wappen und in der Flagge von Montreal abgebildet.

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Alle die hier beschrieben Pflanzen sind in der Emme- Forstbaumschulen AG verfügbar. Dazu informieren Sie sich auf unserer Internetseite unter Produkte, in der Rubrik Nadelholz.

 

 


 

 

 


 


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